Hier findest du eine Beschreibung ausgewählter Projekte, die ich konzipiert und realisiert habe.
Zu meinen Aufgaben zählte neben der Konzeption unter anderem Projektmanagement, Texterstellung in Alltags- oder Fachsprache und in Leichter Sprache, Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit, das Erstellen von Awareness- und Inklusionskonzepten, Fördermittelakquise und Fundraising, Fotografie, Filmdreh und -schnitt.
In diesem Jahr arbeite oder arbeitete ich u. a. mit dem DOK.fest München, dem Caring Culture Lab, der CABkom, Bluespots Productions und dem Netzwerk Persönliche Zukunftsplanung zusammen.
Lina und Umut
Eine Comic-Serie in Leichter Sprache

Superheld*innen mit Lernschwierigkeiten und Kommunikationseinschränkungen!? Comics in Leichter Sprache!? Wie soll das denn gehen?
So haben die Prüfer*innen für Leichte Sprache, mit denen ich zusammengearbeitet habe, reagiert, als ich ihnen von der Idee erzählt habe.
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Wie genau das gehen soll, wusste ich Anfang 2024 auch nicht. Aber ich hatte Lust, es zu probieren. Und so sind, basierend auf den Erzählungen und Erfahrungen von Menschen mit Lernschwierigkeiten und/oder mit Kommunikationseinschränkungen und in Zusammenarbeit mit Ina-Madlen Jacobs von der CAB gGmbH, bisher acht Comics über Lina und Umut erschienen. Im Sommer 2025 veranstalteten wir eine inklusive Comic-Werkstatt, bei der weitere vier Comic-Geschichten entstanden.
Lina und Umut haben Superkräfte und kämpfen gegen Barrieren in der Kommunikation. In ihren Geschichten geht es um Ungerechtigkeiten, um Ärger und Wut und um das Gefühl, allein zu sein. Aber es geht auch um Zusammenhalt und Mut und um die Idee, gemeinsam für soziale Gerechtigkeit einzustehen.
Die Comics entstehen im Rahmen des Programms „Bayern barrierefrei“ der Bayerischen Staatsregierung. Gezeichnet werden sie von Julia Merkel.
Lärmfilm
Queerfeministisches Stummfilm-Festival

Ende 2020 habe ich zusammen mit anderen tollen Menschen aus dem queerfeministischen mehr*kollektiv das „Lärmfilm“-Projekt ins Leben gerufen.
Seither sind 17 Stummfilme von etwa 80 Beteiligten entstanden, die oftmals übersehene und überhörte Erlebnisse, Erfahrungen und Forderungen von FLINTA* Personen aufgreifen.
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Die Filme behandeln Themen wie sexualisierte Gewalt, unbezahlte Care-Arbeit und Mental Load, Queer- und Transfeindlichkeit, Medical Gaslighting, Geschlechterstereotype, konservativen und rechten Populismus und viele weitere. Den Projekttitel „Lärmfilm“ haben wir bewusst als Widerspruch zu den Stummfilmen gewählt, um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, diese Themen laut werden zu lassen.
Gezeigt wurden die Filme bei drei von uns organisierten Lärmfilm-Festivals sowie bei verschiedenen anderen Veranstaltungen. 2023 wurden wir für das Projekt im Aktiv-Wettbewerb für Demokratie und Toleranz der Bundeszentrale für politische Bildung ausgezeichnet.
Neben der Projektkonzeption und -organisation habe ich mit unterschiedlichen Teams drei Kurzfilme gedreht:
• „*innen“ – ein Film, der sich mit den sich oftmals widersprechenden gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen befasst,
• „Es war einmal…“, der das bayerische Gender-Verbot thematisiert,
• und „625 Tage“, in dem es um Long Covid geht.
FLINTA* steht für Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre, trans* und agender Personen sowie für weitere Geschlechtsidentitäten, die durch patriarchale Strukturen diskriminiert werden.
zet. Zeitung in Leichter Sprache

Wie kann Journalismus in Leichter Sprache aussehen? Und wie können Menschen mit Lernschwierigkeiten selbst journalistisch tätig sein? Diese Fragen haben meine Kollegin bei der CAB gGmbH Carola Nagel und ich uns zu Beginn der Corona-Pandemie gestellt. Im Minutentakt wurden Nachrichten aus der ganzen Welt veröffentlicht, aber die wenigsten davon in Leichter Sprache. Was in Leichte Sprache übersetzt wurde, waren die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Doch um verstehen zu können, was auf der Welt passiert, reichten solche Informationen nicht aus.
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Im Rahmen eines 6-monatigen Projektes, welches von Aktion Mensch gefördert wurde, veröffentlichten wir wöchentlich eine digitale Zeitung in Leichter Sprache, die mehrere Tausend Leser*innen im deutschsprachigen Raum hatte. Menschen mit Lernschwierigkeiten prüften die Texte nicht nur auf Verständlichkeit, sondern erstellten auch eigene Texte aus ihrer Perspektive und Reportagen in inklusiven Teams.
Viele Menschen mit Lernschwierigkeiten haben bisher nicht ausreichend die Möglichkeit, sich ohne Hilfe anderer über aktuelle politische oder gesellschaftliche Themen zu informieren – schlicht aus dem Grund, weil es diese Informationen nicht in einer für sie verständlichen Sprache gibt. Nachrichten in Standardsprache sind oftmals zu kompliziert formuliert, zu unübersichtlich gestaltet oder es fehlen zusätzliche Erklärungen, um den größeren Zusammenhang oder auch die Brisanz des Themas verstehen zu können. Aufgrund fehlender verständlicher Informationen sind Menschen mit Lernschwierigkeiten von vornherein von gesellschaftlichen Diskussionen und auch von politischer Mitbestimmung und Mitwirkung ausgeschlossen. Das wollten wir ändern.
Nach Ende des Projekts entwickelten wir ein Konzept für eine inklusive Nachrichten-Redaktion, welches bisher leider noch nicht verwirklicht werden konnte.
„Erzähl doch mal“
Eine Ausstellung in Leichter Sprache zu Geschichten aus dem Leben

Oft wird das Leben von Menschen mit Behinderungen aus medizinischer oder sozialpädagogischer Perspektive heraus abgefragt und in Akten dokumentiert. Persönliche Erinnerungen, Alltagserfahrungen oder bedeutsame Lebensereignisse finden dabei nicht immer Platz und gehen oftmals verloren. Dies war der Hintergrund für das Projekt „Erzähl doch mal“, welches ich im Rahmen meiner Arbeit bei der CAB gGmbH konzipierte.
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18 Menschen mit Lernschwierigkeiten, die in Einrichtungen der CAB wohnten, trafen sich im Rahmen des von Marion Einsiedler und mir geleiteten Seminars „We are all born in different ways – Biografie-Arbeit mit Menschen mit Behinderung“ mit Studierenden des Lehrstuhls für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Universität Augsburg und erzählten aus ihren Leben. Sie haben nicht von Diagnosen und Symptomen berichtet, sondern von Erinnerungen und Geschichten. Von kleinen und großen Alltagsbegebenheiten. Von Verlust und Schmerz. Und von Träumen und Wünschen.
In einem zweiten Schritt konzipierten wir mit dem gesammelten Material im Seminar „Erlebenswert. Konzeption und Organisation einer inklusiven Ausstellung“ eine interaktive und barrierearme Ausstellung, unter anderem mit Texten in Leichter Sprache. Es entstanden 18 „Wohnzimmer“ in denen die Besucher*innen in die Lebenswelt des*der jeweiligen Erzähler*in eintauchen konnten.
Die Ausstellung wurde zwischen 2018 und 2022 sieben Mal in Schwaben gezeigt. Die Porträtfotografien stammen von Julia Merkel.
Home in a Bowl

Ende 2014 habe ich mich mit meinen zwei Freundinnen Karin Wehle und Johanna Wehle auf eine Reise durch Augsburger Küchen begeben. Entstanden ist daraus ein Kochbuch mit Geschichten von 15 Köch*innen und über 40 Lieblingsrezepten aus aller Welt. Wir durften viel Gastfreundschaft erleben und unsere Wahlheimat noch einmal ganz neu kennenlernen.
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Mit uns gekocht hat zum Beispiel Pouya, der aus Afghanistan geflohen ist. Auch Frédéric, der der Liebe wegen von Frankreich nach Augsburg gekommen ist, und Mummy, die vor mittlerweile 40 Jahren mit ihrer Familie aus Sri Lanka ausgewandert ist, haben ihre Lieblingsrezepte und Erinnerungen mit uns geteilt. Erschienen ist das Kochbuch „Home in a Bowl“ Ende 2015 im Eigenverlag. 2016 folgte die Gründung des gemeinnützigen Vereins „Home in a Bowl e. V.“, mit welchem wir 2018 ein zweites Kochbuch veröffentlichten und verschiedenste Begegnungsprojekte rund um Essenskultur verwirklichten.